
Bayerischer Wald
Sehr seltener magentafarbener Schleimpilz entdeckt
Erst zweiter Nachweis des Purpur-Netzkügelchens im Nationalpark
Pressemitteilung Nr. 23/2025

Nach dem Fund des Mykologen Karasch gelangen dem für seine Makroaufnahmen bekannten Fotografen Lukas Haselberger mehrere Stackingaufnahmen am Fundort. (Foto: Lukas Haselberger/Nationalpark Bayerischer Wald)
Zwieslerwaldhaus. In Deutschland war das Purpur-Netzkügelchen (Cribraria purpurea) bislang nur aus wenigen Bergwäldern in den Bayerischen Alpen und dem Schwarzwald bekannt. Nun konnte der weltweit sehr seltene Schleimpilz zum zweiten Mal auch im Nationalpark Bayerischer Wald nachgewiesen werden.
Mykologe Peter Karasch war vor wenigen Tagen auf einem seiner Streifzüge durch die Nationalparkwildnis an der Großen Deffernik bei Zwieslerwaldhaus auf den seltenen Fund gestoßen. „Die nur wenige Millimeter großen Schleimpilze wachsen bevorzugt nach der Schneeschmelze im Frühjahr auf bereits stark zersetzten Nadelholzstämmen und fallen durch ihre kräftigen Magentafarben auf“, erklärt der Wissenschaftler. „Ich bin begeistert über die Entdeckung, da es sich erst um den zweiten Nachweis im Nationalpark handelt.“ Wie seine Recherchen ergaben, gelang der erste Nachweis bereits 2015 vom Schleimpilz-Experten Dr. Lothar Krieglsteiner im Urwaldgebiet Mittelsteighütte, nur zwei Kilometer von der jetzigen Fundstelle entfernt.
„Schleimpilze (Myxomycota) nehmen eine Sonderstellung zwischen Pilz- und Tierreich ein, weil sie sich im jungen Zustand wie begeißelte Amöben fortbewegen können, im Reifezustand aber pilzähnliche Fruchtkörper mit Sporen bilden“, erklärt Peter Karasch. „Absolut faszinierende Wesen.“
Schleimpilze existieren bereits seit mehr als 600 Millionen Jahren auf der Erde. Viele der zirka 1 000 Arten kommen weltweit vor. Ein Großteil der wenigen europäischen Nachweise stammt aus sehr alten, urwaldähnlichen Schutzgebieten, wie zum Beispiel dem Bia owie a-Nationalpark in Polen oder dem Nationalpark Plitvicer Seen in Kroatien. „Der aktuelle Fund zeigt wieder einmal die weltweite Bedeutung von Schutzgebieten für den Erhalt der Artenvielfalt.“
Bildunterschriften:
Nach dem Fund des Mykologen Karasch gelangen dem für seine Makroaufnahmen bekannten Fotografen Lukas Haselberger mehrere Stackingaufnahmen am Fundort. (Foto: Lukas Haselberger/Nationalpark Bayerischer Wald)
Weitere Informationen:
- Zum Thema Aktuell: https://www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/aktuelles/index.htm
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